Jan Zrzavý

     Der berühmte tschechische Maler Jan Zrzavý wurde am 5. November 1890 in der Grundschule in Okrouhlice geboren. Er war das sechste Kind vom Oberlehrer Hanuš Zrzavý.

     Er ging in die Schule in Okrouhlice und er lernte die Kunst mittels der Märchen, Puppenspiele oder der alten Kalender näher kennen. Er hatte Zeichnen gern und er zeichnete oft in der Natur, in der Ugebung seiner Heimat.

     Jan besuchte das Gymnasium in Havlíčkův Brod, und wechselte danach in die Realschule in Kutná Hora und beendete schlielich sein Schülerdasein in Přibyslav und Havlíčkův Brod. Zu dieser Zeit versuchte er nach den Vorzeichnungen auch zu malen und zu illustrieren. Nach der Empfehlung seines Lehrers malte er die Szenerie. Im Jahr 1905 brachte sein Vater ihn nach Prag. Hier studierte Jan in der privaten Malerschule. Anfangs malte er bei Karl Reisner, danach bei František Županský und er schloss sein Studium bei František Ženíšek dem Jüngeren. In Prag besuchte er oft die Bildergalerie im Rudolfinum und die Ausstellungen im Manes. Er begann auch die Bücher von Julius Zeyer zu lesen – in diesen Bücher fand er viele Attribute, welche sein ganzes Leben beeinflussten.

     Im Herbst 1907 trat Jan Zrzavý in die Kunstgewerbeschule ein und studierte beim Professor Emanuel Dítě. Nach dem Ausflug nach Paris im November 1907 zeichnete er ein Pastell „Tal der Traurigkeit“. Nach dem zwijährigen Studium in der Kunstgewerbeschule wurde er am Ende des Schuljahres von der Schule verwiesen. In den nächsten Jahren versuchte er sich vier Mal ohne Erfolg um die Aufnahme in die Akademie in Prag. In der relativ kurzen Zeit malte Jan Zrzavý die Bilder „Sinneslust“, ein Pastell „Astarté“, „Die Schwester Paskalina“, Der Garten von Zeyer“ und weitere Bilder.

Tal der Traurigkeit
(Údolí smutku)
1908
Das Ölgemälde
58,5 cm x 79 cm

     Jan Zrzavý, Josef Váchal, Jan Konůpek und František Kobliha gründeten gemeinsam im Jahr 1910 den freien künstlerischen Verband „Sursum“. Sie waren wie verspätete Versinnbildene bewertet. Der Verband Sursum stellte im Herbst in Brünn aus, aber die Bilder von Zrzavý gingen unterwegs verloren.

(Kázání na hoře)
1912
Das Ölgemälde
74 cm x 58 cm

     Im Jahr 1911 musste er auf Druck der Eltern die Handelsakademie in Prag besuchen. Im Jahr 1912 ging er, nach den Differenzen mit dem Vater, aus dem Vaterhaus nach Prag. Im Herbst stellte der Verband Sursum im Gemeindehaus aus, aber nach dieser Ausstellung begann sich die Gruppe zu spalten. Das Bild „Der schlafender Junge“ von Zrzavý wurde in der Rezension von Kubišta wie das beste Bild aus der Ausstellung bewertet. Wegen dieses Bildes und der guten Referenzen von B. Kubišta wurde Zrzavý als ein Mitglied in Manes aufgenommen, wo er bis 1917 ausstellte. Seine Bildung war in dieser Zeit sehr reichhaltig. Die wichtigsten sind: die Bilder „Die Stille mit den Maiblumen“, „Die Luna mit den Maiblumen“, Die biblische Landschaft“, „Die Landschaft mit der Blume“, „Diana“, „St. Jan Miláček Páně“.

Die Stille mit den Maiblumen
(Zátiší s konvalinkami)
1913
Das Ölgemälde und die Tempera, die Pappe
23,5 cm x 31 cm

     Während des 1. Weltkrieges entstanden die Bilder „Die Besessenheit“, „Der milde Samariter“, „Der Kummer“, „Das Leid“, „Die Dame mit dem Schleier“, „Kokota“, „Die Engel“, „Das Porträt der Frau D.“. Jan Zrzavý kam sich mit Josef Čapek näher und später noch mit V. Špála, V. Hofman, O. Marvánek und R. Kremlička. Sie trafen sich im Café des Gemeindehauses und begannen einen neuen Verband zu formen, der im Jahr 1918 vor die Öffentlichkeit als die „Hartleibigen“ trat.

Die Meditation
(Meditace)
1915
Das Ölgemälde
50,2 cm x 37,5 cm

     Im Jahr 1918 erkrankte er an Fleckfieber. In dieser Zeit malte er das Bild „Kleopatra I.“, „Die Frühe“. Im Jahr 1920 reiste er durch Deutschland. In der Berliner Galerie der Sturm hatte er eigene Ausstellung. Er malte auch das Bild „Melancholie II.“ Und begann die Landschaftsbilder zu malen – „Pazderna in Vadín“, „Okrouhlice“. Seine Zeichnungen ergänzten auch die literarischen Werke von Antonín Sova und Jiří Wolker.

(Melancholie II)
1920
Das Ölgemälde
67,5 cm x 79,5 cm

     Im Jahr 1923 wurde Jan Zrzavý Teilnehmer des Kunstvolksbildungsvereins und er beteiligte sich als Mitglied an dessen Ausstellungen. Im Salon von Topič hatte er seine zweite eigene Ausstellung. In diesem Jahr reiste er auch zum ersten Mal nach Italien und begann regelmässig Frankreich zu besuchen. Im Jahr 1924 zeichnete er die Buchillustrationen für Máj von Mácha.

     Sein erster Aufenthalt in der Bretagne war 1925. Hier interessierte ihn vor allem die Landschaft. In dieser Zeit entstanden die Bilder: „Die Landschaft mit der Brücke“, „Die Bettlerin“, „Kleopatra II.“, „Krucemburk“. Zrzavý erstellte die Zeichnungen zu den vielen Büchern der tschechischen Autoren. Im November 1927 fand die Ausstellung seiner neuen Bilder statt. (die Illustrationen zum Buch Kytice, viele Bilder aus der Bretagner Landschaft). Zu Weihnachten kam das Buch Kytice von K. J. Erben mit 13 Illustrationen von Zrzavý heraus.

Camareto
(Camaret)
1926
Das Ölgemälde
50 cm x 61 cm

     Im Jahr 1928 besuchte er wieder Italien. Er versuchte die Stille zu malen („Stille mit drei Äpfel“, „Stille mit einer Dose“, „Stille mit dem Flakon“), Landschaften („Bretagner Kirche“, „Die Kirche in Camareto“, „Piazzeta“, „San Salvatore“, „Venedig II.“, „Die Schiffe“, „Der Hafen in Bretagne“) und auch weitere Themen („Christus und Jan“, „Frühling“, „Engel“). Im Jahr 1930 lebte er in Paris.

(Zátiší s ovocem)
1928
Das Ölgemälde
27 cm x 35 cm

     Jan Zrzavý versuchte Ostravsko kennen zu lernen und malte hier die inländischen Landschaften („Stösse in Ostravsko“, „Ostravice“, „Srusky am Ostravice“). Im Jahr 1937 reiste er durch England. Wegen der Erbitterung aus dem Münchener Abkommen fuhr er nach Frankreich und widmete sich nur der Malerei der Landschaft seiner Kinderheit, dem Hochland („Die Kapelle“, „Špejchárek“,“ In Česká Bělá“, „Aus Babice“). Er bereite auch die Ausstellung für das Theater Stavovské in Prag (C. Debussy: Der verlorene Sohn) und für das National Theater (G. Verdi: Rigoletto).

Veles
1929
Die Tempera
100 cm x 130 cm

     Zum 50. Geburtstag im Jahr 1940 hielt er künstlerische Bildungsverein im Gemeindehaus die komplexe Ausstellung von Zrzavý aus den Jahren 1905 – 1940 ab. Dazu wurde auch die Monografie „Das Werk von Jan Zrzavý 1905 – 1940 verlegt. Zum Beginn der vierziger Jahre widmete er sich mehr der Figuralzeichnungen („Die Wanderer nach Emauz“, „Das sitzende Mädchen“, „Die Verkündigung“).

(San Marco v noci)
1930
Das Ölgemälde
45,5 cm x 76 cm

     Nach dem Weltkrieg verbracht er zwei Monate in Paris und Bretagne aber sonst lebte er überwiegend in der Einsamkeit. Im Jahr 1947 wurde er als Professor der Malerei und der Komposition an der Philosophischen Fakultät in der Palackého Universität in Olmütz genannt, wo er bis 1950 blieb. In diesen Jahren malte er die Bilder „Biton“, „Der Brunnen in der Karlacher Parkanlage“, Die Schiffe in Le Fret“, „Das rote Schiff“).

(Spící lodi)
1935
Die Tempera, die Furnierplatte
78,5 cm x 106,5 cm

     Im Jahr 1954 erschien das Buch Máj von K. H. Mácha mit den, mit Kohlenstift gemalten, neuen Illustrationen von J. Zrzavý. Ein Jahr später erschien das Buch Soneten von Shakespeare auch mit seinen Illustrationen. Im Jahr 1956 kam Jan Zrzavý nach Okrouhlice zurück. Ein Jahr später stellte er mit grossem Erfolg die Bilder und Zeichnungen in der Galerie Tschechische Schriftsteller aus. Im Jahr 1959 wohnte er in der Klein Seite in Prag. Es erschienen auch weitere Bücher mit seinen Illustrationen. In den fünfziger Jahren entstanden die Bilder „Stille am Tisch“, „Okrouhlice“, „Der Hafen“, „Das liegende Mädchen“ und weitere.

Krucemburk
1939
Das Ölgemälde, das Holz
41,5 cm x 63 cm

     In den sechziger Jahren lebte Zrzavý zwischen Prag und Okrouhlice, wo er seine Wohnung und Atelier hatte. Das Theater „Auf den Schranken“ hielt zum seinem 70. Geburtstag die Ausstellung mit der Vorführung seines Werkes ab. Zrzavý illustrierte auch das Buch „Arbeiter des Meeres“ von V. Hugo.

(Vodňanský rybník)
1942
Die Tempera, die Leinwand, das Holz
28,5 cm x 35,5 cm

     Im Jahr 1963 veranstaltete die National Galerie in Prag Mánes die Ausstellung über das Lebenswerk von Jan Zrzavý (1905 – 1962), welche viele begeisterte Kunstbewunderer besuchten. Diese Ausstellung wurde auch in Brünn und Bratislava wiederholt.

Haldy
1950
Die Tempera
78 cm x 105 cm

     Im Jahr 1965 wurde Jan Zrzavý als Nationaler Künstler ernannt.

Kleopatra
1942-1957
Die Tempera, das Aurum, das Holz
202 cm x 181 cm

     12. Oktober 1977 starb Jan Zrzavý in Prag. Sein Grab ist im Friedhof in Krucemburk. Zum Zentenarium seiner Geburt wurde eine Gedenktafel mit Büste an seinem Elternhaus (die Grundschule in Okrouhlice) angebracht.